Leider gibt es keine raschen und umfassenden Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung. Wir müssen daher aktiv mit der Klimawandelanpassung beginnen und Schadensbegrenzung betreiben. Hitze und Trockenheit, nur unterbrochen von kurzen, heftigen Starkregen, dürften immer mehr zum neuen Alltag werden. Es gibt solche Bedingungen bereits in Steppen und Halbwüsten, wo es weder Wälder gibt, noch Ackerbau betrieben werden kann. Wie in jedem Habitat leben auch unter diesen Bedingungen Pflanzen und Tiere, die optimal angepasst sind. Wasser wird unter solchen Bedingungen zum kostbaren Rohstoff, der möglichst sparsam verwendet wird.
- Pflanzen kennen verschiedene Tricks, um Wasser zu sparen:
- Härchen und Wachsschichten auf der Blattoberfläche
- Reflektierende Schichten
- Wassereinlagerung in Blättern oder Stamm
- Umbildung der Blätter zu Nadeln
- Laubabwurf im Sommer, um Wasser zu sparen

Da wir aber wohl nicht erwarten können, dass unsere Wald- und Stadtbäume sich entscheiden, im Winter ihr Laub zu behalten und es stattdessen im Sommer abzuwerfen, wird sich unser Handlungsspielraum auf die Auswahl der Arten und die Vorbereitung des Untergrundes (z. B. Wasserspeicher im Untergrund, Schwammstadt-Prinzip) beschränken.
Es gibt hier sehr interessante Beispiele in südlichen Städten:
Neben den sehr widerstandsfähigen Platanen, als Alleebäume im Süden sehr beliebt, schlagen Experten den Lederhülsenbaum (Gleditschie) und die hartlaubige Baummagnolie (Magnolie grandiflora) als Stadtbäume vor. Diese dekorative Art kann man bereits in Südtirol finden.
Duftende Zwergsträucher wie Lavendel, Cistrosen und Rosmarin können neben hübschen Blüten auch durch angenehme Gerüche erfreuen.
Unsere Städte könnten bald durch neue Pflanzungen ganz anders aussehen, als wir es heute gewohnt sind.
Nicht nur in den Städten, auch in der Landwirtschaft wird es grundlegende Änderungen brauchen. Manche Landwirte planen bereits umfangreiche Wasserspeicher, um Feldgemüse und sogar Kartoffeln zu bewässern. Dafür war bisher der natürliche Niederschlag ausreichend.
Bewässerung bei hohen Temperaturen führt zu vermehrter Verdunstung. Das hat zwar einen kühlenden Effekt, kann auf lange Sicht aber unangenehme Nebenwirkungen wie Kalkinkrustationen und Versalzung haben.
Ein anderer Weg ist der Einsatz besonders hitzeresistenter Pflanzen.
Es gibt an sonnenreiche, heiße und trockene Klimazonen angepasste Arten, die einen eigenen Stoffwechselweg nutzen. Sie können C02 sehr effektiv speichern und verdunsten dadurch an heißen Tagen wenig Wasser, da sie ihre Atemöffnungen geschlossen halten.
Diese Gruppe von Pflanzen, es sind vor allem Gräser, bezeichnet man als C4-Pflanzen. Dazu gehören neben dem Mais und dem Zuckerrohr auch die Hirse (Sorghum) und der Amaranth, also durchaus für die menschliche Ernährung nutzbare Kulturen.
Auch die Pflanzenzüchtung kann hier wertvolle Unterstützung bieten, immerhin haben unsere traditionellen Getreide wie Weizen, Roggen und Gerste auch eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie bringen wesentlich mehr Ertrag als ihre “wilden” (natürlich vorkommenden) Urformen. Auch die Wuchshöhe des Getreides wurde reduziert, seit Stroh in modernen Ställen von Spaltenböden ersetzt wurde.
Sicher wird es den Forscher:innen in nicht allzu langer Zeit gelingen, Trockenheitstoleranz mit hohen Erträgen zu kombinieren, allerdings unter Einsatz von gentechnischen Methoden.
Wie unsere heimische Pflanzenwelt darauf reagieren wird, bleibt zu beobachten.
Elisabeth Joas