Mit wertvollen Erkenntnissen und neuer Motivation kehrten 16 Teilnehmer:innen der Grünen Vöcklabruck am 30. Mai von einer Exkursion zum Energiepark Bruck an der Leitha zurück. Im Fokus standen innovative Projekte wie ein Windenergiepark und eine Agri-Photovoltaik-Anlage – Beispiele, die zeigen, wie Energiewende und moderne Landwirtschaft Hand in Hand gehen können.

Energiewende als Chance für Unabhängigkeit
„Die Energiewende in Vöcklabruck muss vorangetrieben werden. Wir müssen uns von Öl und Gas lösen – jetzt. Österreich hat das Potenzial, seine Energie aus Sonne, Wind und Wasser zu gewinnen. Das macht uns langfristig unabhängig von Krisen, Kriegen und Diktatoren und sichert günstige Energiepreise“, betont Umweltstadträtin Sonja Pickhardt-Kröpfel. Die Exkursion unterstrich: Erneuerbare Energien sind nicht nur machbar, sondern bereits Realität.
Windkraft: Fakten statt Mythen
Ein Höhepunkt war die Besteigung eines Windrads, das seit dem Jahr 2000 in Betrieb ist. Mit 60 Metern Höhe und 1,8 MW Leistung ist es ein Pionier – moderne Anlagen in der Region sind mehr als doppelt so hoch und liefern das 2,3-fache an Strom. Während das Potenzial für Windkraft in Niederösterreich und Burgenland fast ausgeschöpft ist, bieten Oberösterreich und die westlichen Bundesländer noch viele ungenutzte Standorte.
„Es braucht eine sachliche Debatte, keine politisch motivierte Stimmungsmache“, stellt Pickhardt-Kröpfel klar. „Kritikpunkte wie das Vogelsterben sind wissenschaftlich widerlegt. Wir müssen Fakten in den Mittelpunkt stellen.“
Agri-PV: Strom und Lebensmittel aus einer Hand
Besonders beeindruckend war das Sonnenfeld Bruck/Leitha: Eine Agri-PV-Anlage, die Strom und Nahrungsmittel gleichzeitig produziert. Die schwenkbaren PV-Module (montiert in 2,8 m Höhe) ermöglichen die maschinelle Bewirtschaftung der Fläche. Zwischen den Reihen – mit Bewirtschaftungsbreiten von 6, 9 und 12 Metern – liegen Blühstreifen, die die Biodiversität fördern. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet und zeigt: Landwirtschaft und Energieerzeugung sind kein Widerspruch.

Vöcklabrucks nächste Schritte
Die Erfahrungen aus Bruck/Leitha sollen direkt in Vöcklabruck einfließen:
- PV-Freiflächenanlage der Franziskanerinnen: Auf zwei Wiesen plant der Verbund eine 8,8 MWp starke Anlage mit landwirtschaftlicher Nutzung. Die Widmung soll im Juli-Gemeinderat eingeleitet werden. Alle Fraktionen unterstützen das Projekt – ein starkes Signal für die Energiewende.
- Wasserkraft: Neues Leben für das Mühlbach-Kraftwerk: Seit Stilllegung der Kunstmühle steht das Kraftwerk still. Die Grünen fordern, die Pläne für ein neues Kraftwerk an der Vöckla-Wehr konsequent zu verfolgen.
Energiewende im Ortsbild
„PV-Flächen sind ein Eingriff ins Ortsbild – doch die Notwendigkeit der Energiewende wiegt schwerer“, so die Grünen. In Vöcklabruck wurde diese Abwägung von allen Fraktionen positiv beschlossen.