
Kapuzinerkresse, auch Blumenkresse oder Kapernblume genannt, ist eine ursprünglich in Peru beheimatete essbare Zierpflanze. Die Kapuzinerkresse ist nur sehr entfernt mit der “normalen” Gartenkresse verwandt. Beide gehören zu der Ordnung der Kreuzblüterartigen (Brassicales) und das verrät, dass sich diese geschmacklich ähneln, da die gleichen ätherischen Öle, Senfölglykoside, in der Gartenkresse und der Kapuzinerkresse enthalten sind. Sie sind für den scharfen, senfartigen Geschmack verantwortlich, der als Abwehrstoff vor Fraßfeinden dient.
Wer auch immer der Pflanze ihren deutschen Namen gegeben hat, war von ihrer Blüte inspiriert. Die ähnelt mit viel Fantasie den Kapuzen von Kutten der Kapuzinermönche.
Die Blätter der Kapuzinerkresse haben ihren eigenen Wow-Effekt. Sie werden nicht nass, sondern lassen Wasser ganz einfach abperlen. Gerade im Morgentau sieht das wunderschön aus. Da sitzen die Wassertropfen wie kleine, silbrige Perlen auf den Blättern. Lotus-Effekt nennt man das und der entsteht durch ganz kleine Wachs-Noppen auf der Blattoberfläche.
Kapuzinerkresse besitzt einen dreiteiligen, verwachsenen Fruchtknoten und bildet Früchte, die von einer fleischigen Hülle bedeckt und immer zu dreien verwachsen sind. Die eigentlichen Samen befinden sich im Inneren der Früchte und sind kleine braune Nüsschen.
Wenn du die Wartezeit bis zur Blüte verkürzen willst, kannst du Kapuzinerkresse in Töpfchen auf dem Fensterbrett vorziehen. Die Samen sind Dunkelkeimer, müssen also gut mit feuchter, humoser Erde bedeckt werden.
Ab Mai kannst du Kapuzinerkresse auch direkt im Beet aussäen. Auch hier wieder daran denken: Ordentlich mit Erde zudecken und schön anfeuchten, damit die Samen zum Leben erwachen.
Pflanzen wachsen schnell und bevorzugen einen Standort, der sonnig oder im Halbschatten liegt.
Was kann man aus Kapuzinerkresse machen?
Nach der Ernte welken die Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse relativ schnell. Daher sollten sie nach der Ernte zügig verarbeitet oder kurz, bis zur Verwendung, in einem Wasserglas abgestellt werden.
- Junge Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse können klein geschnitten und beispielsweise unter weiche Butter, Topfen oder Frischkäse gemischt werden.
- Aus Blüten, Blättern und Samenkapseln lässt sich auch ein köstliches Pesto zubereiten.
- Mischt man junge Kapuzinerkresse-Blätter und -Blüten unter einen Salat, kann man nicht nur den Geschmack, sondern auch die wunderbare Optik genießen.
- Fein gehackt harmonieren Blüten und Blätter auch gut mit diversen Kartoffelgerichten, Gemüsepfannen oder eignen sich zum Verfeinern einer schnell zubereiteten Eierspeise.
- Ein Tee aus Kapuzinerkresse ist ein altes Hausmittel gegen Erkältungsbeschwerden. Dafür einfach 4 Teelöffel getrocknete, zerriebene Blätter mit 1 Liter heißem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen.
Gewusst? Die große Kapuzinerkresse wurde 2013 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Ihre enthaltenen Senföle wirken unter anderem gegen Bakterien, Viren und Pilze. Äußerlich angewandt können die Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse bei Muskelschmerzen, Prellungen oder zur Durchblutungsförderung eingesetzt werden.
- Die jungen Blätter und Blüten haben ein angenehmes Aroma, das ein bisschen an Gartenkresse oder Senf erinnert.
- Legt man die ungeöffneten Knospen oder junge kleine Samenkapseln in eine Essig-Salz-Lake ein, sind sie ein wunderbarer Kapernersatz.
- Es lohnt sich auch, die größeren Samenkapseln der Kapuzinerkresse zu sammeln. Öffnet man die Samenkapseln vorsichtig, entdeckt man die darin liegenden Samen. Diese können getrocknet wie Pfeffer verwendet werden.
TIPP: Große Blätter und Blüten schmecken sehr scharf und sollten daher nur mit Vorsicht genossen werden. Vor allem die großen Blüten sind allerdings eine wunderbare Dekoration am Teller.