
In den kommenden drei Jahren entstehen in Vöcklabruck rund 350 neue Wohnungen. Das bringt nicht nur Herausforderungen für die Infrastruktur, etwa bei Kinderbetreuung, sondern wirft auch eine grundlegende Frage auf: Welche Rolle spielt die Wohnpolitik in der Stadt?
Der Bauboom ist nicht neu. Seit Jahren dominieren vor allem private Projekte, häufig im Segment der Anlagewohnungen. Wir Grüne kritisierten, dass dadurch der Bedarf an leistbaren Mietwohnungen zu wenig berücksichtigt wird.
Ein Ansatzpunkt für politische Steuerung liegt in der Flächenwidmung. Beim Areal „Kunstmühle“ wurde nach längerem politischen Druck seitens der Grünen ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt. Geplant ist ein Nutzungsmix aus leistbarem Wohnen, altersgerechten Angeboten, Gewerbe und sozialen Diensten in zentraler Lage an der Vöckla. Ein Baustart ist noch offen.

Weitere geförderte Projekte sind bereits konkret: 44 Wohnungen in der Laudonstraße der GIWOG sowie 32 Einheiten der GSG in der Dürnauer Straße. Auch im Bereich Bahnhofstraße („Nothaft“-Areal) sind zusätzliche Wohnungen vorgesehen. Parallel dazu entstehen durch private Bauträger rund 100 Wohnungen an der Bruckner Straße, Bahnhofstraße und Kolpingstraße.
Einen Einschnitt gab es zuletzt bei der Vergabe: Das Einweisungsrecht der Stadt für mehr als 800 Wohnungen wurde – mit Ausnahme einer Anlage für ältere Menschen am Pfarrerfeld – aus Spargründen aufgegeben. Wohnungssuchende müssen sich nun direkt an gemeinnützige Bauträger wenden. Damit verliert die Stadt ein wichtiges Instrument, um rasch auf soziale Notlagen zu reagieren.
Angesichts steigender Nachfrage bleibt die zentrale Herausforderung bestehen: mehr leistbarer Wohnraum und eine aktivere wohnpolitische Steuerung. Dafür setzen wir uns ein!
Marlene Schön,
Gemeinderätin
Stefan Hindinger,
Fraktionsobmann