Gemeinderat unterstützt die Forderungen der Klimaallianz

Grüne fordern mehr Tempo beim Klimaschutz

Die Grünen fordern, dass Vöcklabruck bis 2040 klimaneutral wird, v.l. Bürgermeisterkandidatin Sonja Pickhardt-Kröpfel und Grün-Sprecher Stefan Hindinger

Auf Antrag der Grünen befasste sich der Gemeinderat mit den Forderungen der „Klimaallianz Oberösterreich“. Diese zivilgesellschaftliche Organisation hat alle kandidierenden Parteien in den oö. Gemeinden angeschrieben und abgefragt, wie sie zu den 14 von der Klimaallianz geforderten Maßnahmen stehen: Gefragt wird u. a. nach der Unterstützung für den Klima-Fahrplan des Bundes mit dem Ziel der Klimaneutralität 2040, nach der Bereitschaft zur Senkung der Treibhausgase in der nächsten GR-Periode um mindestens 40 Prozent, nach der Umstellung des Gemeindefuhrparkes auf klimafreundliche Fahrzeuge und Maßnahmen zur Reduktion des Bodenverbrauches und der Versiegelung.

Die Grünen Vöcklabruck unterstützen alle 14 Punkte. Auf der Website „klimawahlen.at“ ist für jede Gemeinde einsehbar, wie die einzelnen Parteien zum Klimaschutz stehen.

„Wir sind von Natur aus hartnäckig, wenn es um die Zukunft unserer Kinder geht. Die nächsten sechs Jahre sind entscheidend für die Klimawende. Daher müssen wir jetzt in die Umsetzung kommen. Den Gemeinden kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Wir beantragen daher, dass die Klimabündnisgemeinde Vöcklabruck klar Position bezieht und die 14 Punkte der Klimaallianz als Auftrag für die Umsetzung in der nächsten Gemeinderatsperiode beschließt“, so Umweltstadträtin Sonja Pickhardt-Kröpfel (GRÜNE). Neben den Grünen stimmten auch die SPÖ geschlossen sowie 13 von 18 Mandatar*innen der ÖVP dem Antrag zu.

Forderungen der Klimaallianz

1. Unterstützung Klimaneutralität 2040: Der Klima-Fahrplan auf Bundesebene sieht Klimaneutralität bis 2040 vor. Bereits 2030 soll der Strom zu 100% aus erneuerbaren Quellen kommen. Decken sich diese Ziele mit Ihren zukünftigen Zielen in der Gemeindepolitik?
2. Reduktion CO2-Emissionen: Das Ziel “Klimaneutralität bis 2040” ernst zu nehmen, bedeutet für Österreich innerhalb der nächsten Gemeinderatsperiode die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um mindestens 40% zu senken. Orientieren Sie sich daran?
3. Erstellung eines Klima- und Energiekonzepts: Sind Sie dafür, dass es für die gesamte Gemeinde ein Klima- und Energiekonzept mit der Ausrichtung “Klimaneutralität bis 2040” gibt und dessen Umsetzung jährlich öffentlich evaluiert wird?
4. Beschluss im Gemeinderat: Soll dieser Klima-Fahrplan auch im Gemeinderat beschlossen und veröffentlicht werden?
5. Bürgerbeteiligung: Werden Sie Elemente der direkten Demokratie und der Bürgerbeteiligung unterstützen, um aktiv auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren?
6. Klimaneutralität im eigenen Wirkungsbereich: Der gemeindeeigene Wirkungsbereich hat Vorbildwirkung. Soll im gemeindeeigenen Bereich spätestens 2040 Klimaneutralität erreicht werden?
7. Umstellung Gemeindefuhrpark: Soll bei Neuanschaffungen für den Gemeindefuhrpark auf Fahrzeuge mit Antrieb ohne fossile Treibstoffe zurückgegriffen werden?
8. Erneuerbare Energie: Sollen in der Gemeinde Erneuerbare Energiegemeinschaften sowie lokale Einkaufs-/Produktionsgemeinschaften für erneuerbare Energien angeregt bzw. unterstützt werden?
9. Reduktion Bodenverbrauch / Versiegelung: Österreich ist ‚Europameister‘ im Versiegeln von Flächen. Werden Sie in der Gemeinde Maßnahmen setzen, die den Flächenverbrauch und die Versiegelung verringern? (z.B. Wiederbegrünung versiegelter Flächen, Erhaltung und Schaffung von Grünräumen, außer Nutzung stellen oder unter Naturschutz stellen von Teilen des Gemeindegebiets)
10. Flächensparende Siedlungen: Hat für Sie eine flächensparende, nachhaltige Siedlungsentwicklung mit möglichst dicht bewohnten, energieeffizienten Siedlungszentren einen hohen Stellenwert?
11. Ausbau öffentlicher Verkehr: Soll in Ihrer Gemeinde das Angebot bzw. die Infrastruktur für den nichtmotorisierten Verkehr und den öffentlichen Verkehr deutlich ausgebaut werden?
12. Mobilitätswende: Sind Sie bereit, zur Mobilitätswende auch dadurch beizutragen, dass die Gemeinde auf Maßnahmen verzichtet, die den Pkw-Verkehr weiter erhöhen würden? (z.B. (Aus)Bau weiterer Hauptverkehrsstraßen, Angebot zusätzlicher Kfz-Parkplätze im Zentrum, neue Einkaufszentren in Randlagen)
13. Ernährungswende: Der UN-Weltklimarat empfiehlt, unseren Konsum von Tierprodukten drastisch zu reduzieren. Unterstützen Sie daher eine Ausweitung des Angebots an regionalen und rein pflanzlichen Menüs in öffentlichen Kantinen (Kindergarten, Schulen etc.) und bei Veranstaltungen der Gemeinde?
14. Bewusstseinsbildung: Werden Sie bewusstseinsbildende Veranstaltungen zu klimarelevanten Themen gezielt unterstützen und fördern? (z.B. auch durch Einbindung von Betrieben, Schulen und Vereinen in Ihren Klimafahrplan, um gemeinsam die Herausforderungen der Klimakrise zu bewältigen)

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