Informationen über das Stadtgeschehen auf Social Media? Unbedingt!
Aber bitte auf dem richtigen Kanal.

2026 holen sich viele Menschen ihre Infos über Social Media. Bürgermeister:innen, die diese nutzen, um zu informieren, machen grundsätzlich nichts falsch.
Aber: Ein privat verwalteter Bürgermeister:innen-Kanal, egal wie gut gemeint und wie viel Freizeit dafür investiert wird, kann keinen offiziellen Stadt-Account ersetzen – und sollte es auch nicht. Weil er unmöglich neutral sein kann, und weil Bürger:innen ein Recht auf Stadtinfos haben, ohne dabei ganz nebenbei parteipolitische Inhalte konsumieren zu müssen.
Was wäre also eine gangbare, ordentliche Lösung?
Ein gut gefüllter, offizieller Rathaus-Account. Er gehört der ganzen Stadt und bildet ab, was in der Stadt passiert, von wem auch immer es kommt. Der/die Bürgermeister:in ist dort natürlich sichtbar. Aber auch andere gewählte Politiker:innen oder Stadtamtsmitarbeiter:innen, wenn es ihr Thema betrifft.
Das wichtigste an so einem neutralen Account: Er bleibt bestehen, auch wenn sich im Bürgermeisteramt oder im Stadtrat etwas ändert. Ein privat geführter Kanal nicht. Wechselt die Person, sind Community, Reichweite und Archiv von einem Tag auf den anderen weg. Die Stadt muss neu aufbauen, und die Bürger:innen wissen plötzlich wieder nicht mehr, wo sie Informationen über die Stadt herbekommen.
Hier geht es also nicht um eine Neiddebatte. Hier geht es darum, wie (mediale) Grundversorgung auch auf kommunaler Ebene funktionieren kann. Persönliche Kanäle von Bürgermeister:innen können eine tolle Ergänzung sein, aber eben kein Ersatz.
Ulli Meinhart