{"id":5807,"date":"2026-06-25T22:13:15","date_gmt":"2026-06-25T20:13:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/?p=5807"},"modified":"2026-06-30T22:15:38","modified_gmt":"2026-06-30T20:15:38","slug":"pflanzliche-ueberlebenskuenstler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/2026\/06\/25\/pflanzliche-ueberlebenskuenstler\/","title":{"rendered":"Pflanzliche \u00dcberlebensk\u00fcnstler"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Leider gibt es keine raschen und umfassenden Ma\u00dfnahmen zur Begrenzung der Erderw\u00e4rmung. Wir m\u00fcssen daher aktiv mit der Klimawandelanpassung beginnen und Schadensbegrenzung betreiben. Hitze und Trockenheit, nur unterbrochen von kurzen, heftigen Starkregen, d\u00fcrften immer mehr zum neuen Alltag werden. Es gibt solche Bedingungen bereits in Steppen und Halbw\u00fcsten, wo es weder W\u00e4lder gibt, noch Ackerbau betrieben werden kann. Wie in jedem Habitat leben auch unter diesen Bedingungen Pflanzen und Tiere, die optimal angepasst sind. Wasser wird unter solchen Bedingungen zum kostbaren Rohstoff, der m\u00f6glichst sparsam verwendet wird.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Pflanzen kennen verschiedene Tricks, um Wasser zu sparen:<\/li>\n\n\n\n<li>H\u00e4rchen und Wachsschichten auf der Blattoberfl\u00e4che<\/li>\n\n\n\n<li>Reflektierende Schichten<\/li>\n\n\n\n<li>Wassereinlagerung in Bl\u00e4ttern oder Stamm<\/li>\n\n\n\n<li>Umbildung der Bl\u00e4tter zu Nadeln<\/li>\n\n\n\n<li>Laubabwurf im Sommer, um Wasser zu sparen<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"225\" height=\"300\" src=\"https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Gleditschie-225x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5802\" srcset=\"https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Gleditschie-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Gleditschie-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Gleditschie-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Gleditschie.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gleditschie<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da wir aber wohl nicht erwarten k\u00f6nnen, dass unsere Wald- und Stadtb\u00e4ume sich entscheiden, im Winter ihr Laub zu behalten und es stattdessen im Sommer abzuwerfen, wird sich unser Handlungsspielraum auf die Auswahl der Arten und die Vorbereitung des Untergrundes (z. B. Wasserspeicher im Untergrund, Schwammstadt-Prinzip) beschr\u00e4nken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt hier sehr interessante Beispiele in s\u00fcdlichen St\u00e4dten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den sehr widerstandsf\u00e4higen Platanen, als Alleeb\u00e4ume im S\u00fcden sehr beliebt, schlagen Experten den Lederh\u00fclsenbaum (Gleditschie) und die hartlaubige Baummagnolie (Magnolie grandiflora) als Stadtb\u00e4ume vor. Diese dekorative Art kann man bereits in S\u00fcdtirol finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Duftende Zwergstr\u00e4ucher wie Lavendel, Cistrosen und Rosmarin k\u00f6nnen neben h\u00fcbschen Bl\u00fcten auch durch angenehme Ger\u00fcche erfreuen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere St\u00e4dte k\u00f6nnten bald durch neue Pflanzungen ganz anders aussehen, als wir es heute gewohnt sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht nur in den St\u00e4dten, auch in der Landwirtschaft wird es grundlegende \u00c4nderungen brauchen. Manche Landwirte planen bereits umfangreiche Wasserspeicher, um Feldgem\u00fcse und sogar Kartoffeln zu bew\u00e4ssern. Daf\u00fcr war bisher der nat\u00fcrliche Niederschlag ausreichend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bew\u00e4sserung bei hohen Temperaturen f\u00fchrt zu vermehrter Verdunstung. Das hat zwar einen k\u00fchlenden Effekt, kann auf lange Sicht aber unangenehme Nebenwirkungen wie Kalkinkrustationen und Versalzung haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein anderer Weg ist der Einsatz besonders hitzeresistenter Pflanzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt an sonnenreiche, hei\u00dfe und trockene Klimazonen angepasste Arten, die einen eigenen Stoffwechselweg nutzen. Sie k\u00f6nnen C02 sehr effektiv speichern und verdunsten dadurch an hei\u00dfen Tagen wenig Wasser, da sie ihre Atem\u00f6ffnungen geschlossen halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Gruppe von Pflanzen, es sind vor allem Gr\u00e4ser, bezeichnet man als C4-Pflanzen. Dazu geh\u00f6ren neben dem Mais und dem Zuckerrohr auch die Hirse (Sorghum) und der Amaranth, also durchaus f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung nutzbare Kulturen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Pflanzenz\u00fcchtung kann hier wertvolle Unterst\u00fctzung bieten, immerhin haben unsere traditionellen Getreide wie Weizen, Roggen und Gerste auch eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie bringen wesentlich mehr Ertrag als ihre \u201cwilden\u201d (nat\u00fcrlich vorkommenden) Urformen. Auch die Wuchsh\u00f6he des Getreides wurde reduziert, seit Stroh in modernen St\u00e4llen von Spaltenb\u00f6den ersetzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sicher wird es den Forscher:innen in nicht allzu langer Zeit gelingen, Trockenheitstoleranz mit hohen Ertr\u00e4gen zu kombinieren, allerdings unter Einsatz von gentechnischen Methoden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie unsere heimische Pflanzenwelt darauf reagieren wird, bleibt zu beobachten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Elisabeth Joas<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leider gibt es keine raschen und umfassenden Ma\u00dfnahmen zur Begrenzung der Erderw\u00e4rmung. Wir m\u00fcssen daher aktiv mit der Klimawandelanpassung beginnen und Schadensbegrenzung betreiben. 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