{"id":2973,"date":"2019-10-04T14:59:19","date_gmt":"2019-10-04T12:59:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/?p=2973"},"modified":"2019-10-04T15:02:46","modified_gmt":"2019-10-04T13:02:46","slug":"die-vielfalt-kenias","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/2019\/10\/04\/die-vielfalt-kenias\/","title":{"rendered":"Die Vielfalt Kenias"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sechzehn\nWochen hatte ich \u00fcber den Sommer hinweg Zeit, das wundersch\u00f6ne und extrem\nvielf\u00e4ltige Land Kenia im Osten Afrikas zu erkunden. Jeden Tag, den ich dort\nwar, wurde mir mehr bewusst, wie gro\u00df dieses Land und der ganze Kontinent ist\nund wie wenig ich bis jetzt dar\u00fcber wusste. Ich habe fr\u00fcher selber oft von\n\u201cAfrika\u201d gesprochen und damit \u201cArmut\u201d, \u201cHitze\u201d, \u201cDiktaturen\u201d, \u201cW\u00fcste und\nunfruchtbare Fl\u00e4chen\u201d, \u201cviele wilde Tiere\u201d und \u201cUngerechtigkeit\u201d gemeint. Ich\nbin mir sicher, Sie k\u00f6nnen diese Liste auch noch ein wenig weiterf\u00fchren. Durch\nmeine Reisen, die ich w\u00e4hrend meines Praktikums machen konnte, hatte ich die\nGelegenheit, einige unterschiedliche Teile Kenias zu sehen. Daher kann ich\nsagen, dass nicht einmal der Begriff \u201cKenia\u201d viel Aussagekraft \u00fcber Traditionen,\nSprache, Vegetation, Klima, Lebensstandard und Wirtschaft gibt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Kenia1-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2920\" srcset=\"https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Kenia1-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Kenia1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Kenia1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.voecklabruck.org\/WPVB\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Kenia1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die\n\u00fcber 40 St\u00e4mme haben alle ihre eigene Sprache und so auch ihre eigene\nTradition. Kiswahili ist die offizielle Landessprache, die zumindest in Nairobi\nauch die meisten Menschen sprechen. Es ist die Stammessprache des Stammes\nSwahili, der in der K\u00fcstenregion Kenias angesiedelt ist. Die Vegetation und\nauch das Klima sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Es h\u00e4ngt ganz davon ab, wie\nnahe man dem Meer ist und auf wie vielen H\u00f6henmetern man sich befindet. Unter\nanderem gibt es Steppen und W\u00fcsten, den Victoriasee im Westen, die\nK\u00fcstenlandschaft mit wundersch\u00f6nen Str\u00e4nden im Osten und eine sehr fruchtbare\nHochebene, auf der auch Nairobi liegt. Ganz viel Obst und Gem\u00fcse w\u00e4chst hier in\nder Umgebung und viele Menschen leben da auch von der Landwirtschaft. Wegen der\nvielen Nationalparks und sch\u00f6nen Landschaften spielt der Tourismus\nwirtschaftlich in Kenia auch eine ganz wichtige Rolle. Es ist nicht zu\nverleugnen, dass die Armut in den \u201cVillages\u201d(Slums) sehr extrem ist. Der\nReichtum ist aber meistens gleich in der Nachbarschaft sichtbar. Gro\u00dfe Villen,\nEinkaufszentren, Golfpl\u00e4tze und private Parks grenzen an die armen Viertel. Da\nNairobi neben Genf und Wien einer der Hauptsitze der UNO ist, ist im UNO-Viertel\nnoch einmal eine ganz andere Dimension des Reichtums sichtbar. 2017 hat Kenia\ndas strengste Plastiksackerlverbot der Welt eingef\u00fchrt. Es drohen bis zu vier\nJahre Gef\u00e4ngnis oder 35.000\u20ac Strafe, wenn man auch nur ein Sackerl mit sich\ntr\u00e4gt. Herbeigef\u00fchrt wurde die Entscheidung, weil das Plastik die Kanalsysteme\nverstopfte und vor allem in den Gro\u00dfst\u00e4dten man nicht mehr wusste, wohin damit.\nDie Alternativen sind jetzt entweder Papiersackerl oder gewebte und robustere\nKunststoffsackerl, die mehr aushalten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der\nGrund, warum ich so lange in Kenia bleiben durfte, war ein Praktikum f\u00fcr mein\nStudium, welches ich in der Organisation MPC-Mukuru Promotion Centre machte.\nDie Organisation wird unter anderem von der Dreik\u00f6nigsaktion unterst\u00fctzt und\nk\u00fcmmert sich um die BewohnerInnen des Mukuru Slums, einen gro\u00dfen Slum im S\u00fcden\nNairobis. Sie bietet Schulbildung f\u00fcr \u00fcber 5000 Kinder an, betreibt eine\nKlinik, ein Skills Training Centre und ein Rehabilitationszentrum f\u00fcr Burschen,\ndie davor auf der Stra\u00dfe lebten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend\nmeines Praktikums durfte ich sehr viel lernen und bekam einen sehr guten\nEinblick in das Leben der Bev\u00f6lkerung des Mukuru Slums. Ich half bei den allt\u00e4glichen\nAufgaben im B\u00fcro mit, war bei Gespr\u00e4chen und Hausbesuchen dabei. Es ist toll,\nwie vielseitig die Arbeit ist, die in dem Projekt geleistet wird. Dadurch, dass\ndas Sozialsystem ganz anders aufgestellt ist als in \u00d6sterreich, wird viel mehr\nvon NGOs abgedeckt und diese sind auch meistens nicht nur in einem Bereich der\nSozialarbeit t\u00e4tig. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele\ndieser NGOs beziehen die F\u00f6rdergelder aus sogenannten westlichen L\u00e4ndern von\nderen Spendenorganisationen. Eines dieser F\u00f6rdergelder f\u00fcr MPC kommt zum\nBeispiel aus \u00d6sterreich von der Dreik\u00f6nigsaktion (DKA). Zum einen sind die\nmeisten Organisationen auf diese Gelder von den sogenannten westlichen L\u00e4ndern\nangewiesen. Zum anderen entsteht aber auch oft eine Abh\u00e4ngigkeit, da die F\u00f6rderer\nauch Forderungen stellen, wie das Geld verwendet werden soll. In Kenia habe ich\naber auch die M\u00f6glichkeit gehabt, die andere Seite dieser Spendengelder\nkennenzulernen. Ich finde es spannend, kritisch zu hinterfragen, wie viele\nAnweisungen eigentlich angebracht sind oder wie selbstst\u00e4ndig die Menschen\narbeiten sollen. Keineswegs will ich jetzt irgendwelche Spendenaktionen und auf\ngar keinen Fall die DKA schlecht reden. Sie macht einen sehr wichtigen Job und\nohne diesen w\u00e4ren viele der NGOs nicht finanzierbar. Die DKA w\u00e4hlt die\ngeforderten Projekte sehr sorgf\u00e4ltig aus und durch die DKA sind mir diese\nganzen Erfahrungen erst m\u00f6glich geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abschlie\u00dfend kann ich Ihnen nur ans Herz legen, Kenia zu erkunden oder in irgendeiner Form die andere Seite der Spendengelder einmal selber kennen zu lernen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Katharina Reisinger, V\u00f6cklabruck<\/strong> &#8211; Gastbeitrag<\/p>\n\n\n\n<p class=\"CI-GRUEN wp-block-paragraph\">Blog \u00fcber von Katharina Reisinger \u00fcber ihren  Kenia Aufenthalt:  <a href=\"http:\/\/kenia.all365.at\/\">http:\/\/kenia.all365.at\/<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"blockquotes wp-block-paragraph\">Gastbeitr\u00e4ge sind Beitr\u00e4ge von Personen, die nicht zur Redaktion der Gr\u00fcnen V\u00f6cklabruck geh\u00f6ren. Manchmal treten wir an AutorInnen  heran, um sie nach Gastbeitr\u00e4gen zu fragen, manchmal treten die AutorInnen an uns heran. Gastbeitr\u00e4ge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sechzehn Wochen hatte ich \u00fcber den Sommer hinweg Zeit, das wundersch\u00f6ne und extrem vielf\u00e4ltige Land Kenia im Osten Afrikas zu erkunden. 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